Johanniterturm Nidda
Der Johanniterturm ist der letzte verbliebene Rest der achtältesten Johanniterkomturei
Deutschlands. Der Johanniterorden entwickelte sich aus einer bürgerlichen Hospitalbruder- und Schwesternschaft, die bereits bei der Eroberung Jerusalems bestand. Der Orden hatte Besitzungen in ganz Europa, die organisatorisch in Großpriorate und Balleien zusammengefasst wurden. Die kleinste selbstständige Einheit war die Kommende, auch als Komturei bezeichnet. Die Komturei Nidda gehörte zur Ballei Wetterau. Als Dank für die geleistete Hilfe erhielten die Johanniter viele Besitztümer durch Schenkungen und Vermächtnisse. Im Jahr 1187 übertrug Graf Berthold II von Nidda dem Orden die Pfarrei Nidda zusammen mit beträchtlichem Grundbesitz. Neben der Pfarrkirche entstanden die Ordensgebäude. Ein Hospital hat der Orden in Nidda jedoch nicht unterhalten. Heute steht von dem gesamten Komplex nur noch der Turm, der 1491/92 nachträglich an das damals noch vorhandene romanische Kirchenschiff der Johanniterkirche angebaut wurde. Noch heute ist der frühere Dachgiebel als Mörtelrest am Turm erkennbar. Das Gotteshaus war wahrscheinlich eine romanische Pfeilerbasilika mit einem Mittelschiff, zwei Seitenschiffen und fünf Altären. Bis heute hängen im Johanniterturm drei Glocken, die zu den ältesten und schönsten Geläuten Hessens zählen (gegossen 1519, 1572 und 1625).
(Quelle: Die Johanniter in Nidda, Walter G. Rödel)





